3. Info (Deutsch)

Im Oktober 1952 gruendete der an der TH in Delft studierende Arnout Haalman mit anderen Studenten eine Jazzband, deren urspruenglicher „Phönix Washbord Stompers” schon bald geändert wurde in Name “Circus Square Jazz Band” (CSJB).
Circus Square ist der Name eines Platzes in New Orleans und bekannt als die Wiege der instrumentalen Jazz-Musik, entstanden durch Straßengruppen aus dieser Stadt Anfang des 20. Jahrhunderts.

Die CSJB trat vor allem auf Studentenfesten und fuer Schulvereinigungen in der Umgebung auf. Die Band hatte in dieser Zeit Erfolg und wurde unter anderem zweite bei einem A.V.R.O.-Wettstreit in Den Haag.

Als die Bandmitglieder 1956 ihr Studium beendet und von 1956 bis 1958 Militärdienst abgeleistet hatten, fing Arnout wieder von neuem an zu planen, wie er die CSJB wieder fortfuehren,kann an dem Ort, wo er Arbeit findet. Er trat dann eine Arbeitsstelle als Naturkundeingenieur im Centraal Laboratorium der Staatsmijnen in Geleen-Lutterade an. Der Vater von Paul Zelders arbeitete auch in diesem Laboratorium und erfuhr schnell, dass er einen Kollegen hatte, der ueber Pläne nachdachte eine Jazzband zu gruenden.

Paul, ein Musiker und Liebhaber des klassischen Jazz, war schnell dabei, Arnout zu helfen eine Jazzband zu gruenden.
Am 21. und 28.08.1958 erschien ein Artikel in den Zeitungen „Nieuws van de Staatsmijnen” und „De Nieuwe Limburger”.
Verschiedene Musikanten reagierten darauf und es dauerte nicht lange, bis die CSJB in kleiner Besetzung zusammengestellt werden konnte.

Das Ziel von Arnout Haalmann war, nur sauberen klassischen Jazz zu spielen. Keinen spektakulären Swing, keinen Lärm und nicht aufpeitschend. Musik, die man nicht mit langer Mähne, Schmuddellook und Clouwnerie präsentiert, aber z.B. in Smoking oder Anzug, gut rasiert und mit dem nötigen Ernst. „Jazz fuer Kenner”.
Dass seine Vorstellungen in der Periode bis 1971 nicht durchgehalten werdenkonnten, hängt mit der geänderten Besetzung und nicht zu vergessen mit anderen musikalischen Leitern zusammen.

Die erste kleine Besetzung bestand aus: Will Heynen (Trompete), Fred Bosman (Banjo), Kees Bakker (Klarinette), Paul Zelders (Posaune), Arnout Haalman (Piano). (siehe 4. Fotoalbum)

Nach der nötigen Vorbereitung von ein paar Monaten fand der erste Auftritt am 24. April 1959 im inzwischen gegruendeten Jazzclub im A.M.V.J.-Gebäude in Geleen statt. (siehe Zeitungsbericht unter 4. Fotoalbum).

Sehr schnell danach verstärkte der Cornetspieler Wim Franken die Band.

Paul Zelders hatte das Pech, 1959 den Militärdienst leisten zu muessen.

Die CSJB hat in den darauf folgenden Jahren verschiedene Musiker mit mehr oder weniger Erfolg mitspielen lassen. Schließlich wurde es durch Studium, Militärdienst und Umzug unmöglich die Band weiter zu fuehren.

Nachdem verschiedene Bandmitglieder ihren Wehrdienst abgeleisteten hatten, konnte die neu zusammengestellte Circus Square Jazzband im September 1963 mit einer kompletten Besetzung starten.
Die Frontline wurde September 1964 besetzt mit: Jan Breuer (Cornet), Wim Schulpen (Trombone und Gesang) und René Ziedses des Plantes (Klarinette).
Die Secondline/Rythmussektion bestand aus: Joop Dings (Banjo), Paul Zelders (Tuba), Harrie Bongaerts (Schlagzeug). Arnout Haalman (Piano)

Es wurde fleißig geprobt und am 25. Januar 1964 fand der erste Auftritt mit dieser neuen Besetzung statt. (siehe 4 Fotoalbum). Das Interesse daran war groß. Eine halbe Stunde nach Öffnung des Saales wurde niemand mehr eingelassen.

Am 5. Mai 1964 gab die CSJB ihr Debuet im A.V.R.O.- Radio. Danach folgten mehrere Radioausstrahlungen.

Der Regionale Omroep Zuid schenkte in den 60er Jahren dem Dixieland -Jazz im Programm „Rendez Vous in de Limburgse Jazzsocieteit” viel Aufmerksamkeit.

Am 2. August 1964 nahm man am „Loosdrechts Jazz Concours” im Jachthafen van Dijk teil um Erfahrungen zu machen. Michiel de Ruyter, Aad Bos en Rolf ten Kate waren ein Teil der Jury. Max van Praag lud Paul Zelders ein, eine Woche später in einer durch die Jury zusammen gestellten Jazzband bei einer Fernsehsendung mit zu wirken. Paul wollte das nicht, weil er dachte, dass es mehr um sein schön geputztes Instrument ging als um seine musikalischen Qualitäten. Die CSJB landete schließlich auf dem 13./14. Platz zusammen mit der Windy City Jazzband aus Baarn.
Bands, die modernen Jazz spielten, haben gewonnen.

1966 nahm die CSJB zum zweiten Mal am „Loosdrechts Jazz Concours” teil, um Erfahrungen zu sammeln. Sie wurden da neunte von ca. 50 teilnehmenden Bands.

Anfang 1965 kam Gérard van Waesberghe um abwechselnd mit René Ziedses des Plantes als erster oder zweiter Klarinettist die CSJB zu verstärken. In der Zeit machte er ein Praktikum in Heerlen. Gérard war Lehrling bei Peter Schilperoort, Leiter der Dutch Swing College Band.
Nachdem die CSJB seine große Begabung erkannt hatte, spielte Gerard ein paar Tage später mit ihr im Cafe Heinsberg (de Pearssjtal) in Roermond.
An seinem virtuosen Spiel war der Einfluss von Peter Schiperoort zu erkennen, eine großartige Technik und eine „eigene Stimme”. Hören Sie die soundtracks an. Dieser Abend im Cafe Heinsberg (Pearssjtal) wurde eingeleitet von Arnout Haalman, der eine eindeutige Darlegung ueber die Herkunft und das Wesen des traditionellen Jazz gab. Ein sehr gelungenes, lehrreiches Abendkonzert.
Geraerd van Waesbeghe blieb in der Band bis Oktober 1965, weil dann sein Praktikum zu Ende war.

Die Innenstadt von Geleen wurde am19.Juni 1965 zum zweiten Mal durch die CSJB “aufgeschreckt” und zwar durch eine Streetparrade im Centrum von Geleen mit dem Ziel, Mitglieder zu werben fuer den A.M.V.J.-Jazzclub. Der Innenstadtverkehr brach zusammen.

Ein sehr besonderer und erfolgreicher Auftritt war ein Konzert im großen Zelt während des Oud Limburgs Schuttersfeest in Tegelen am ersten Wochenende des Juli 1965. Mehr als 4.000 Menschen drängten sich am Zelt, um beim Genuss eines Bierchens unsere Musik zu hören. Noch nie zuvor spielte eine Dixielandband auf dem Oud Limburgs Schuttersfeest.

Am Samstag, den 06. November 1965 spielte die CSJB auf der zweiten Versammlung, die vom Doctor Jazz Magazine im Hotel Florida te Boskoop organisiert wurde. (siehe 4 Fotoalbum, eine Kopie des Programms)

Mehrere Auftritte fuer dieses Magazine folgten. Diese Versammlungen von Freunden des klassischen Jazz wurden immer noch organisiert, aber dann im WICC-gebouw in Wageningen.

Zeitungsbericht damals im Doctor Jazz Magazine:
„Die Circus Square Jazz Band aus Geleen spielt vor allem nach dem Vorbild von schwarzen Gruppierungen aus den 20er Jahren. Manchmal klingt etwas durch von King Oliver, später ist es wieder Clarence Williams, und das alles mit einer ungewöhnlich großen Originalität und Kreativität”.

Auftritte folgten sogar im Hahnenhof Geleen, Bisschoppelijk College Sittard, bei verschiedenen Festivals und in Jazzclubs, im Beambten Casino van de Staatsmijnen in Geleen und selbst bei der Eröffnung des ersten Teils der neuen Promenade im Herzen von Heerlen.

Beim Hammerveld Jazz Festival in Roermond trat die CSJB mit Erfolg im Juni 1966 und August 1967 auf.

Arnout Haalman hörte als Pianist auf und Hans Gieling uebernahm seine Aufgabe bis 1969 als Bandleiter und Pianist. Hans fiel direkt durch seine Art zu spielen auf. Er war ein swingender Virtuose und er spielte einfach alles – wie? Hören Sie nur die soundtracks unter 6. an.

Harrie Bongaerts musste 1966 wegen Arbeitsueberlastung aufhören. Wim Peeters uebernahm seine Aufgabe als Drummer.

Verschiedene Auftritte in der Umgebung und in Radiosendungen folgten auf einander.

Im April 1967 wurde der Circus Square Jazzclub im Keller von A.M.V.J.-Hotel in Geleen offiziell eröfnet.
Bekannte Bands aus dem Inn- und Ausland sind dann dort aufgetreten.

Trompeter Jan Breuer hörte ende 1968 wegen Arbeitsueberlastung endgueltig auf. Ton van Kampen sprang verschiedene Male fuer ihn ein, wenn Jan verhindert war. Ton van Kampen beherrschte sein Instrument wie kein anderer. Er konnte sprechen durch sein Instrument. Hören Sie hierzu seine Soundtracks unter 6.

Am 26. Oktober 1968 organisierten Paul Zelders und Joop Dings im Circus Square Jazzclub im A.M.V.J.- Hotel den ersten „Jazzconcours om de Internationale Dixieland Trofee”. Dieser Wettbewerb wurde gewonnen von The Training College Jazz Band aus Doetinchem. CSJB Posaunenspieler Wim Schulpen aus Roermond gewann den Solistenpreis.



Dieser Wettstreit wurde 1969 zum zweiten Mal durchgefuehrt. Gewinner wurde die fantastische Seatown Seven unter der Leitung von Adrian von Saucken aus Wuppertal (Deutschland) Dieser Band wurde unter anderem von Toni Schiffersteyn ein Auftritt im AVRO- Fernsehen angeboten. Buergermeister van Banning ließ es sich nicht nehmen, die Preise persönlich zu ueberreichen.

1968 wurden zwei Langspielplatten aufgenommen. Eine Honky Tonk LP „Wilde Willem”, gespielt mit der Vier-Mann Besetzung und die LP „Limburgs Dixieland Festival”.

Pianist Hans Gieling machte Ende 1969 Schluss. Joop Dings uebernahm die Leitung und machte weiter mit der uebrig gebliebenen Sechs-Mann-Besetzung.

Bis 1970 gab es nach verschiedenen Radiosendungen Auftritte unter anderem im o.a. Köln, Mönchengladbach; Helmt; Venlo; Heerlen; Belfeld; Sittard; Maastricht und Roermond.

Ende 1970 wurde die Band aufgelöst auf Grund von Studien und weit entfernten Arbeitsstellen.

Die Barrelhous Jazzband unter der Leitung von Martin Koekkelkoren aus Eysden ist in unsere Fußstapfen getreten.

Landgraaf, November 2005.